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Erneuerbare Energien auf der Überholspur

E-Autos


Oft hat es den Anschein, als ob Klimaschutz und die Nutzung erneuerbarer Energien schwieriger geworden sind. Die Klimaziele der EU wurden kürzlich abgeschwächt, die Bundesregierung setzt vermehrt auf die Nutzung von Erdgas statt erneuerbarer Energien oder die EU plant die Rücknahme des sogenannten Verbrenner-Aus, d.h. des Beschlusses, ab 2035 keine Neuwagen mehr zuzulassen, die CO2 ausstoßen. Doch auch wenn diese politische Entwicklung Klimaschutz erschwert, so gibt es doch weiterhin viele positive Impulse, die zeigen, dass die wirtschaftliche Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien nicht mehr aufzuhalten ist.

Ein Bericht der unabhängigen Energy Think Tank Ember von Oktober 2025 legt die positive Entwicklung der erneuerbaren Energien in der ersten Jahreshälfte von 2025 offen. So haben erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2025 erstmalig global mehr Strom erzeugt als Kohle [S. 15, 1], wie die unten stehende linke Grafik zeigt. Zwar ist die Stromerzeugung aus verschiedenen fossilen Energien wie Kohle, Gas und Atomkraft zusammengenommen immer noch höher als bei erneuerbaren Energien, allerdings ist die Erzeugung von Solarstrom in der ersten Jahreshälfte von 2025 so stark gestiegen (um 31%!), dass das schnellste absolute Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht wurde [S. 11, 1].

Wenn sich dieses Tempo fortsetzt, wird die Solarenergie zum 21. Mal in Folge die am schnellsten wachsende Stromquelle bleiben […] – zitiert und übersetzt aus [S. 11, 1]


Doch das ist noch nicht alles: Das Wachstum von Solar- und Windenergie hat das globale Nachfragewachstum übertroffen, d.h. der zusätzliche Energiebedarf konnte allein mit Solar- und Windenergie gedeckt werden [S. 8 ff., 1]. Mit anderen Worten: Unser Energiebedarf ist weiter gestiegen. Und dieser Anstieg konnte komplett mit dem Zubau von erneuerbarer Energie gedeckt werden. Auch hat die Solar-Installation in der ersten Jahreshälfte von 2025 ein Rekordtempo erreicht: 2024 lag der Zuwachs an Solar-Kapazitäten innerhalb der ersten sechs Monate bei 232 GW, während er in der ersten Jahreshälfte von 2025 bei einem Rekord-Hoch von 380 GW lag – das entspricht einem Zuwachs von 64%! [S. 13, 1]. Den Vergleich mit weiteren Jahren davor zeigt die Grafik unten rechts.


Quelle: [1], Lizenz: CC BY-SA 4.0. Klick auf die Grafik zum Vergößern.


Warum wächst die Produktion aus Windenergie- und Solaranlagen so rasant?

Erneuerbare Energien wachsen so rasant schnell, weil vor allem Solar- und Windenergie immer kostengünstiger werden. Gleichzeitig ermöglichen schnellere Genehmigungsverfahren und öffentliche Förderungen, vor allem in den Wachstumsmärkten Asien und Afrika, den Ausbau [1]. Erneuerbare Energien decken auch den steigenden globalen Strombedarf, der durch Elektrifizierung von Verkehr und Industrie sowie durch neue Rechenzentren entsteht.

All diese Entwicklungen zeigen, dass die erneuerbaren Energien aufholen und anfangen, sich weltweit durchzusetzen und fossile Energien abzulösen. Umso dringender sollten zukünftige Technologien und Branchen auf diese Entwicklung ausgelegt sein, darunter auch die Automobil-Industrie.

Auch Wachstum bei Zulassungen von E-Autos

Der Wandel hin zu E-Autos lässt sich nicht aufhalten, vor allem bei der aktuellen Nachfrage: Im letzten Jahr stieg die Anzahl an Neuzulassungen bei E-Autos um 43,2% im Vergleich zum Jahr davor [2]. Im besonders großen chinesischen Markt wurden 2025 über 50% elektrische PKW zugelassen, Tendenz steigend.


Energieeffizienz und Klimabilanz von E-Autos

Vergleicht man die Wirkungsgrade verschiedener Automotoren, d.h. das Verhältnis von nutzbarer zu aufgewendeter Energie, ist das E-Auto die sinnvollste Wahl: Mit knapp 70% liegt der Wirkungsgrad bei E-Autos deutlich über dem eines Dieselmotors (40%) und eines Benziners (35%) [3].

Und auch in puncto Klimabilanz liegt das E-Auto auf Platz 1: Berücksichtigt man die direkten Emissionen bei der Fahrzeugnutzung, die Energiebereitstellung und die Herstellung, Wartung sowie die Entsorgung bzw. den Recyclingprozess, so liegt ein Elektroauto mit 173g CO2-Äquivalenten/km deutlich unter den CO2-Äquivalenten/km eines Diesel- bzw. Benzinmotors (bei einer Fahrleistung von 150.000 km, siehe nebenstehende Grafik). Gängige Mythen über E-Autos, wie z.B. die Kosten und die Feinstaubbelastung im Vergleich zu Verbrennern, haben wir in diesem Artikel unter die Lupe genommen.

Quelle: [4]. Klick auf die Grafik zum Vergrößern.


Die Anschaffung eines E-Autos ist natürlich auch immer mit einer guten Infrastruktur verbunden. Eine Übersicht mit aktuellen Ladesäulen in Deutschland (Normal- und Schnellladepunkte) kann man z.B. hier finden:



Die eingangs vorgestellten Zahlen zeigen eine rasante Entwicklung bei den erneuerbaren Energien. Grüner Strom ist wegen seines Kostenvorteils die Zukunft und damit auch Technologien, die auf diesem basieren, wie z.B. E-Autos.


Quellen:

[1] https://ember-energy.org/app/uploads/2025/10/Global-Electricity-Mid-Year-Insights-2025-PDF.pdf, zuletzt aufgerufen am 14.01.2026

[2] https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugzulassungen/2026/pm01_2026_n_12_25_pm_komplett.html?snn=827402, zuletzt aufgerufen am 14.01.2026

[3] https://files.scientists4future.org/viewer.php?path=54__Mobilität_und_Verkehr&title=Mobilität_und_Verkehrswende_%2528S4F-Sammlung%2529_-_Fortgeschrittene&no=024&maxno=81, zuletzt aufgerufen am 14.01.2026

[4] https://files.scientists4future.org/viewer.php?path=54__Mobilität_und_Verkehr&title=Mobilität_und_Verkehrswende_%2528S4F-Sammlung%2529_-_Fortgeschrittene&no=035&maxno=81, zuletzt aufgerufen am 14.01.2026

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