E-Autos vs. Verbrenner – Wer hat die Nase vorn?

Zu teuer, zu klimaschädlich: Verschiedende Mythen über E-Autos halten sich hartnäckig, weshalb das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) einige davon unter die Lupe genommen hat. Dazu wurden Stromer und Verbrenner hinsichtlich Klimaverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Brandgefahr und anderen Umweltbelastungen verglichen. Wissenschaftlich fundiert widerlegen Forscher des Instituts dabei einige Unwahrheiten über Elektroautos und klären auf. Das Resultat ist eindeutig:
Es gibt umweltfreundlichere Arten, sich fortzubewegen als ein Elektroauto. Aber ein Elektroauto ist immer noch klar umweltfreundlicher als ein vergleichbarer Verbrenner. – Martin Wietschel, Studienautor, ISI
Nachfolgend haben wir die untersuchten Mythen zusammengefasst. Klick auf die Pfeile, um nachzulesen, welcher Mythos stimmt und welcher nicht!
Falsch: Vergleicht man die Emissionen, die bei der Herstellung entstehen, schneidet ein E-Auto zwar schlechter ab (60-130% höher als bei Verbrennern), allerdings machen sie dies durch den deutlich geringeren Treibhausgas-Ausstoß, der beim Fahren entsteht, wieder wett, sodass die Gesamtemissionen (Herstellung, Gebrauch, Entsorgung) von E-Autos etwa nur halb so hoch sind wie die von Verbrennern.
Falsch: Auch hier muss man ganzheitlich rechnen und auf die Gesamtkosten schauen: Vergleicht man einen Neuwagen (Verbrenner) mit einem Elektroauto, so ist letzteres zwar in der Anschaffung i.d.R. teurer, relativiert dies aber durch niedrigere laufenden Kosten, wie z.B. solche für die Instandhaltung. Mit einer Ladestation zu Hause oder am Arbeitsplatz kann sich ein E-Auto bereits nach 3 Jahren rentieren.
Falsch, auch wenn aktuell noch wenig Daten zur Analyse vorliegen. Ein Vergleich der Häufigkeit von Bränden von E-Autos und Verbrennern gibt Entwarnung und es »ist nach heutigem Stand nicht von einer höheren Brandgefahr auszugehen« [1], so Martin Wietschel.
Richtig: Tatsächlich ist die Feinstaubbelastung von Elektroautos höher als bei Verbrennern, denn durch die Batterie sind E-Autos schwerer als Verbrenner und verursachen somit einen stärkeren Reifenabrieb, wodurch mehr Feinstaub freigesetzt wird.
Perspektive

Unterm Strich tut man dem E-Auto also unrecht, wenn man sagt, dass es gar nicht so viel besser sei als ein konventioneller PkW hinsichtlich der o.g. Aspekte. Und das ist nur der jetzige Stand: Die Entwicklungen in der Energiewende und den E-Auto-Technologien versprechen noch bessere Bilanzen, etwa durch Laden mit grünerem Strom, mittels effizienterer Batterien und Lademöglichkeiten (z.B. bidirektionales Laden, s. Infokasten unten) sowie durch weniger Feinstaub freisetzende Reifen.
Bidirektionales Laden beschreibt die Möglichkeit, dass eine Batterie nicht nur Strom speichern, sondern auch wieder abgeben kann. So auch E-Auto-Batterien: Sie werden aufgeladen und speichern überschüssigen Strom, mit dem sie wiederum z.B. ein elektrisches Gerät aufladen können. [2]
Quellen:
[1] https://www.zeit.de/news/2025-05/22/fraunhofer-institut-e-autos-billiger-und-umweltfreundlicher, zuletzt aufgerufen am 11.06.2025
[2] https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/bidirektionales-laden/, zuletzt aufgerufen am 11.06.2025

